Regenwurm im Watt
© Föhr Tourismus GmbH/ Sebastian Conrad

Pflanzen und Tiere

Die Insel Föhr ist ganz vom UNESCO Weltnaturerbe Wattenmeer umgeben. Hier lebt eine unvorstellbar reiche Tier- und Pflanzenwelt. Über 10.000 verschiedene Arten nennen das Wattenmeer ihr Zuhause. Allein 250 Tier- und Pflanzenarten kommen nur hier vor. Nirgendwo auf der Welt hat sich unter dem Einfluss der Gezeiten eine vielfältigere Landschaft entwickelt. Bewundern Sie mit eigenen Augen die Dynamik dieses einzigartigen Gebietes.

Einzigartige Tier- und Pflanzenwelt

Säbelschnäbler an der Nordsee
© Föhr Tourismus GmbH / Peter Hering

Einzigartige Tier- und Pflanzenwelt

Die Vielseitigkeit der Landschaft macht das Wattenmeer zu einem einzigartigen Lebensraum und damit zu einem Zuhause für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Rund 10.000 Arten von einzelligen Organismen, Pilzen, Pflanzen und Tieren wie Würmer und Muscheln, Fische, Vögel und Säugetiere leben hier. Auf einem Quadratmeter Wattboden leben Millionen von Kieselalgen, Tausende von kleinen Krebsen und viele Muscheln, Schnecken und Würmer. Auf einer Fläche von 100 x 100 Meter haben die Tiere eine Biomasse von 3–12 Tonnen Nassgewicht – mehr als im Urwald! Jedes Jahr legen rund 10 bis 12 Millionen Vögel auf ihrer Durchreise von/zu den Brutgebieten in Sibirien, Skandinavien oder Kanada zu/von ihren Überwinterungsgebieten in Westeuropa und Afrika eine Rast im Wattenmeer ein. Nur hier finden sie genug Nahrung, um die tausende von Kilometern lange Reise absolvieren zu können.

Weitere Informationen unter:

www.nationalpark-wattenmeer.de

www.waddensea-worldheritage.org/de

Small Five


Hinter den „Small Five“ verbergen sich die fünf bedeutsamsten Arten im Wattenmeer. Sie sind besonders klein und haben sich dem Lebensraum Watt angepasst. Gemeint sind: Wattwurm, Herzmuschel, Strandkrabbe, Wattschnecke und die Nordseegarnele.

Besonders auffällige Spuren im Wattenmeer hinterlässt der circa 20-40 Zentimeter lange Wattwurm mit seinen spaghettiförmigen Sandhaufen. Pro Jahr frisst ein Wattwurm rund 25 Kilogramm Sand. Etwa alle 45 Minuten gibt er den verdauten Sand an der Oberfläche in Form der charakteristischen Kotschnur ab. Zusammengerechnet „durchkauen“ alle Wattwürmer im Wattenmeer so den gesamten Sand des Wattes oberhalb eine Tiefe von 20 Zentimetern und verbessern damit die Lebensbedingungen vieler Arten.

Ähnliche Eigenschaften hat übrigens auch die Miesmuschel. Sie hat eine enorme Filterleistung. Sie ist quasi die „Kläranlage“ des Wattenmeers. Jede einzelne Miesmuschel filtert täglich 10 bis 20 Liter Wasser. Rein rechnerisch filtern alle Muscheln zusammen damit pro Woche einmal das gesamte Wasser des Wattenmeeres.

Big Five


Nicht nur in der afrikanischen Savanne, auch im Wattenmeer gibt es die "Big Five“ zu bestaunen. Gemeint sind Seehund, Kegelrobbe, Schweinswal, Seeadler und Europäischer Stör. Alle fünf Arten sind meist aus unmittelbarer Nähe zu beobachten.

Insbesondere bei den Jungtieren von Seehund und Kegelrobbe gilt: Nicht berühren oder ins Wasser scheuchen. Oft werden die Jungen vom Muttertier stundenlang am Strand allein gelassen. Normalerweise holt die Mutter das Junge innerhalb eines Tages wieder ab. Junge Seehunde, die durch Schwäche, Krankheit oder Störung von der Mutter getrennt worden sind, rufen laut nach ihr, daher der Name „Heuler“. Gesunde Heuler werden aufgepäppelt und wieder in die Freiheit entlassen.

Flying Five


Sobald sich das Wasser zurückzieht, piept und zwitschert es auf dem Meeresboden. Die "Flying Five" sind fünf besonders typische Vogelarten im Wattenmeer. Dazu zählen: Alpenstrandläufer, Brandgans, Austernfischer, Silbermöwe und Ringelgans.

Das Watt ist für Vögel ein idealer Rastplatz auf ihren Reisen um die Welt: Weit und breit keine Büsche oder Bäume, hinter denen sich Füchse oder Hunde ungesehen anschleichen könnten. Zudem ist der „Tisch“ mit leckeren Kleintieren reich gedeckt.

Watt, Salzwiesen und Marschen dienen vielen seltenen gefährdeten Arten als Rast-, Überwinterungs- oder als Brutplatz: besonders den Strand- und Wattvögeln, wie Seeschwalben, Kampfläufern, Säbelschnäblern und Austernfischern. Dazu kommen Eiderenten, Ringel- und Brandgänse. In den Marschen leben Feldlerche, Wiesenpieper und Kiebitz.

Viele Arten, die hier rasten, brüten in weit entfernten Gebieten der Arktis. Im Winter, wenn Sturmfluten oder Eis das Watt tagelang nicht trocken fallen lassen, verlassen viele Vögel das Wattenmeer und kehren erst im Frühjahr wieder auf dem Durchzug zurück. Eine Übersicht der Vogelarten auf der Insel Föhr finden Sie hier.

Heuler gefunden? Was nun?

Bei Auffinden von Meeressäugern (auch u.a. “Heuler”) bitte nachfolgende Seehundjäger benachrichtigen und weiten Abstand halten:
Willy Erichsen, Tel. 01 75 9 89 08 04
Ole Sieck, Tel. 01 77 7 66 67 99
Willy Wohld, Tel. 01 51 12 78 60 05

Infos zur Lebensweise von Robben erhalten Sie im Robbenzentrum Föhr, Achtern Diek 5 in Wyk, Tel. (0 46 81) 57 03 54.

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