Ringreiten Reiter Pferd, © Föhr Tourismus GmbH/Folker Winkelmann © Föhr Tourismus GmbH/Folker Winkelmann

Friesische Traditionen

Vom Biikebrennen im Februar, den Ringreiterturnieren in den Sommermonaten bis hin zu uralten Silvesterbräuchen. Friesische Tradition ganz modern – die Nordfriesische Insel Föhr macht es möglich!

Das muss ich meinen Freunden zeigen …

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Ringreiten – mit viel Geschick ans Ziel

Physische Kräfte benötigen die Teilnehmer der traditionellen vereinsinternen Ringreiterturniere, die alljährlich in den Sommermonaten stattfinden und jedes Jahr zahlreiche Zuschauer anlocken. Dabei versuchen die Reiter auf einer langen Bahn, einen an einem Band befestigten kleinen Ring in vollem Galopp mit ihrer Lanze aufspießen, die von Durchgang zu Durchgang immer kleiner werden.

Wer in diesem anspruchsvollen Geschicklichkeitswettbewerb die meisten Ringe mit kleinstem Durchmesser sticht, wird feierlich zur Ringreitkönigin oder -könig gekürt und behält diesen Titel bis zum nächsten Jahr. Weniger streng geht es bei den Urlaubsgast- und Kinderringreitturnieren zu. Dabei können sich auch ungeübte Gäste in der Kunst des Ringreitens versuchen.

Auf der Insel Föhr gibt es vier Ringreitervereine, die jeweils ein Königsringreiten veranstalten. Zu unterscheiden sind die Vereine an ihren unterschiedlichen Farben:

  • Frauenringreiterverein (rote Jacken)
  • Mitteldörfer-Ringreiterverein (schwarze Jacken)
  • Osterlandföhrer Ringreiterverein (grüne Jacken)
  • Westerlandföhrer Ringreiterverein (weiße Jacken)

Das Königsreiten ist ein besonderer Tag auf Föhr. Er beginnt damit, dass der König aus dem vorherigen Jahr vormittags feierlich abgeholt wird. Nach einer kleinen Stärkung folgt das eigentliche Ringreiten. Die Preisverleihung und der Umzug durchs Dorf mit Musik der örtlichen Kapelle schließen den Tag ab.

 

Termine 2017

  • 10. Juni 2017 in Midlum //  Königsringreiten Frauenringreiterverein
  • 17. Juni 2017 in Oevenum // Königsringreiten Osterlandföhrer Ringreiterverein
  • 25. Juni 2017 in Nieblum // Königsringreiten Mitteldörfer Ringreiterverein
  • 01. Juli 2017 in Oldsum // Königsringreiten Westerlandföhrer Ringreiterverein  
  • 13. August 2017 in Nieblum // Bundesringreiten

Ütj tu kenknen

Wenn am Silvesterabend die „Kenkner“ in einfallsreichen Kostümierungen und mit individuellem Liederrepertoire um die Häuser ziehen, wünschen sie den Bewohnern der urigen Friesenkaten ein “Fröölek nei juar“. Das „Kenknern“ hat auf der Insel Föhr eine lange Tradition und bietet Besuchern, die Silvester mal auf ungewohnte Art und Weise erleben wollen, ein außergewöhnliches Schauspiel.

In anderen Regionen ist dieser Brauch auch als "Rummelpottlaufen" bekannt. Hierbei bilden sich einzelne Gruppen von Kindern, die zusammen ein eingeübtes Stück vortragen oder vorsingen und dafür Leckereien oder auch schon mal etwas Geld einheimsen. Junggebliebene frönen dieser Sitte am späten Abend in der Hoffnung auf ein paar Schnäpse oder Punsch, bevor sie sich zum Tanz im Dorfkrug treffen.

Kenknergruppe Jahreswechsel, © Föhr Tourismus GmbH/Folker Winkelmann Galerie öffnen © Föhr Tourismus GmbH/Folker Winkelmann
Biikebrennen Puppe, © Föhr Tourismus GmbH/Hans-Jürgen Thiede Galerie öffnen © Föhr Tourismus GmbH/Hans-Jürgen Thiede
Biikebrennen Tradition Zuschauer, © Föhr Tourismus GmbH/Ina Bauseneik Galerie öffnen © Föhr Tourismus GmbH/Ina Bauseneik
Ringreiten Reiter Pferd, © Föhr Tourismus GmbH/Folker Winkelmann Galerie öffnen © Föhr Tourismus GmbH/Folker Winkelmann

Biikebrennen auf Föhr

Das Biikebrennen hat auf den Nordfriesischen Inseln eine lange Tradition und findet stets am 21. Februar, dem Abend vor dem Petritag, statt. Das friesische Wort “Biike“ entstammt der Bezeichnung Bake und bedeutet zu deutsch “Feuermal“. Der Überlieferung nach wurden die Biikefeuer ab dem 17. Jahrhundert zu Ehren der ausziehenden Seefahrer und Walfänger entzündet. Die Lichter sollten den Männern, die für mehrere Monate fernab von der schützenden Insel ihren Lebensunterhalt verdienen mussten, Glück und Mut zusprechen und ihnen den Weg in die weite Welt weisen.

In seiner heutigen Form ist das Feuer im 19. Jahrhundert entstanden und geht auf die alten Fastnachtsfeuer zurück, die den Winter vertreiben sollten. Symbol für den Winter ist seit der damaligen Zeit die Strohpuppe “Piader“, die sinnbildlich verbrannt wird.

Für den Zusammenhalt der Gemeinschaft im hohen Norden hatten Bräuche wie das Biikebrennen immer auch einen gesellschaftlichen Charakter, der sich bis heute erhalten hat. Föhr präsentiert sich zur Biike übrigens besonders gut gewappnet: Zum Biikebrennen ist die ganze Insel Feuer und Flamme. Jährlich lodern insgesamt 14 Biikefeuer auf Föhr – so viele wie auf keiner anderen Nordfriesischen Insel. Zum Aufwärmen und Stärken gibt es Glühwein und Teepunsch am Feuer. Anschließend geht es zum traditionellen Grünkohlessen in eines der urigen Inselrestaurants.

Seit 2014 steht das Biikebrennen auch im Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes der Deutschen UNESCO-Kommission e.V.

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