Es war ein Moment von historischer Tragweite, und er fand hier bei uns auf Föhr statt: In der St. Nicolai-Kirche zu Boldixum schworen im Jahr 1426 die Vertreter der sieben Harden, ihr angestammtes Eigenrecht gegen äußere Mächte zu verteidigen.
Zum 600. Jubiläum dieses Ereignisses laden das Dr.-Carl-Häberlin-Friesen-Museum und das Nordfriisk Instituut am 21. März um 14:30 Uhr zu einem hochkarätigen Vortragsnachmittag ein.
Inmitten der Machtkämpfe zwischen der dänischen Krone und den holsteinischen Herzögen bewiesen die Friesen diplomatisches Geschick und politisches Selbstbewusstsein. Sie ließen ihre Rechte schriftlich fixieren - ein Akt, der das Selbstverständnis der Region bis heute prägt.
Der Nachmittag wird von zwei Experten gestaltet: Dr. Christoph G. Schmidt, Direktor des Nordfriisk Instituuts, führt in den historischen Kontext ein und beleuchtet die besondere Rolle der Osterharde Föhr in diesem Bündnis. Den Hauptvortrag hält die Juristin Dr. Isabella Löw. Sie blickt hinter die Paragrafen und analysiert die soziale Sprengkraft jener Gesetzestexte, die 1426 nicht nur auf Föhr, sondern zeitgleich auch in Eiderstedt als „Krone der rechten Wahrheit“ aufgezeichnet wurden.
Obwohl 600 Jahre vergangen sind, werfen diese Dokumente Fragen auf, die heute überraschend aktuell sind: Warum brauchen wir rechtliche Regeln für unser Zusammenleben? Warum gab und gibt es zu bestimmten Themen und Lebensbereichen rechtliche Regelungen? Welche Mit- und Selbstbestimmungsrechte haben wir und warum sind diese so wichtig?
Lassen Sie uns gemeinsam über die Bedeutung von Freiheit und Recht heute ins Gespräch kommen.
Info:
Tel. 04681-2571 / info@friesen-museum.de / www.friesen-museum.de