Die Serie „Signs of Control“ arbeitet mit einem Motivtyp, der im Alltag meist übersehen wird: Schilder, die Verhalten regeln. „Kein Eingang“, „Betreten verboten“, „Ballspielen nicht erlaubt“, „Notausgang“. Kurze Sätze, Piktogramme und Pfeile – Hinweise, die nicht zur Interpretation gedacht sind, sondern zur unmittelbaren Befolgung.
Für die Arbeiten werden solche Schilder fotografisch aufgegriffen und in der Chromalayer-Technik transformiert. Die Vorlagen werden in Farbebenen zerlegt, neu interpretiert und als Schichtstruktur aufgebaut. Rahmung, Schraublöcher, Kanten und Typografie bleiben erkennbar, sodass das Motiv weiterhin als Schild lesbar ist.
In der Ausstellung auf der Strandmauer erscheinen diese Zeichen jedoch außerhalb ihrer ursprünglichen Funktion. Sie stehen nicht mehr an einer Tür, auf einem Deich oder an einem Gebäude, sondern im offenen Raum entlang der Promenade. Vertraute Hinweise lösen sich aus ihrem Kontext und werden zu grafischen Bildkörpern aus Farbe, Struktur und Material. Die Serie macht sichtbar, wie stark solche Texte unseren Alltag strukturieren. Verbote, Warnungen und Instruktionen erscheinen meist im Imperativ und wirken durch ihre nüchterne Typografie selbstverständlich. In der künstlerischen Überarbeitung wird diese Sprache der Steuerung isoliert und neu betrachtet.
„Signs of Control“ untersucht Beschilderung als Schnittstelle zwischen Text, Raum und Verhalten. Was im Alltag als reine Information erscheint, zeigt sich hier als präzise gestaltete Oberfläche – und als Teil eines Systems, das Bewegung, Zugang und Handlung reguliert.
Der Fotograf Harald Bickel:
"Es vergeht kaum ein Tag, an dem ich nicht fotografiere – mit der Nikon, dem Smartphone, der Drohne, je nachdem, was verfügbar oder notwendig ist. Vieles entsteht spontan, anderes als Ergebnis längerer Planungen. Die vorliegende Ausstellung basiert auf Fotografien gefundener Motive aus der nordfriesischen Inselwelt über Hamburg, Niedersachsen und bis nach Berlin. Das Chromalayer-Verfahren baut auf dem rasterlosen Siebdruck auf und interpretiert dessen Prinzipien im digitalen Zeitalter neu.“
Die Ausstellung wurde durch zahlreiche Unterstützerinnen und Unterstützer ermöglicht.
Info:
www.haraldbickel.com / Öffnungszeiten täglich 00:00-24:00 Uhr