Der kleine Tierpfleger

Wenn man das Gelände des Tierhuus betritt, kommt einem als erstes ein kleines Pony entgegen. Freudig schnuppert es an den Händen und lässt sich streicheln. Das 28 Jahre alte Pony ist nicht das einzige Tier in der Auffangstation. Im Tierhuus von Janine Bahr gibt es alle möglichen Tiere: Pferde, Schafe, Ziegen, Hunde und Katzen. Und natürlich die Robben im Robbenzentrum.

Dieses Jahr feiert das Tierhuus sein 20-jähriges Jubiläum. Tiere zu pflegen und Tierärztin zu werden, so Janine Bahr, war schon immer ihr großer Traum. Zwischendurch wollte sie mal kurz Schauspielerin werden und ging an die Schauspielschule. Doch das blieb immer nur ein Hobby. Ihr Herz hing immer an Tieren. Besonders an denen, die ausgesetzt oder verletzt sind. Denn das macht das Tierhuus. Das Team kümmert sich um Wildtiere wie Vögel oder Hasen, die sich verletzt haben, oder um Haustiere, die schlecht behandelt wurden oder die keiner mehr haben wollte. Sie päppeln die Tiere wieder auf, lassen manche Wildtiere wieder frei oder suchen ein neues Zuhause für sie. „Am besten ist ein neues Zuhause“, sagte Janine.

Heute durften die kleinen Kinder-Uni-Forscher Janine Bahr bei der Arbeit begleiten und sich alles anschauen. Zuerst erzählten die Kinder wer Tiere hatte oder gerne welche hätte, was in der Tierstation so alles getan und wem alles geholfen wird.

Zusammen mit der Tierpflegerin Marie und der Mitarbeiterin Susanne teilte Janine die 15 Kinder in drei Gruppen auf und führte sie über das Tierhuusgelände. Während die einen zusammen das Pony striegelten, erzählte Janine den anderen etwas über die kleine Praxis. Zusammen mit ihrem Hund Butor zeigte sie den Kindern wie man einen Hund behandelt.

Sie hörten gemeinsam das Herz ab und wogen ihn. Zudem erklärte die Tierärztin ihnen, wie man bei einem Hund das Fieber misst und wie man die Ohren mit Wattestäbchen untersuchen kann. In der Zwischenzeit zeigte Susanne der dritten Gruppe den anderen Teil des Tierhuus.

Sie zeigte ihnen den kleinen Behandlungsraum für die Tiere, die gerade angekommen und nicht schlimm verletzt sind. Außerdem durften die Mini-Studenten sich die neuen Katzenbabys anschauen und guckten durch ein Fenster in die 6 Wildtierräume, von denen nur vier besetzt waren. Im ersten befanden sich kleine Dohlen, im dritten Schwalben und in den beiden letzten saßen kleine Hasenbabys, getrennt, damit sie keine neuen Hasen in die Welt setzen.

Weiter zeigte Susanne den Kindern den Katzenflur mit einzelnen Räumen für kleine Katzen oder Wildkatzen, dem Kratzbaum und den Raum für die ausgewachsenen Katzen. Alle Kinder hatten großen Spaß und schauten sich alles wissbegierig an, stellten viele Fragen und streichelten die Katzen, das Pony und Butor. Am Ende ging es dann noch ins Robbenzentrum und die Kursteilnehmer schauten einen Kurzfilm über das Tierhuus.

Nach dem Film bekam jeder der Teilnehmer eine kleine Urkunde, sowie einen Tierpflegerausweis und einen Stempel der Auffangstation. Janine Bahr war total glücklich, wie gut es lief und wie interessiert die jungen Studenten waren. „Ich finde es super anderen mitzuteilen wie wir armen Tieren helfen.“ 300 bis 400 Tiere nahmen sie ca. in einem Jahr auf. „Natürlich wildern wir ein paar Tiere auch wieder aus, aber viele geben wir in Hände von netten Leuten, die sich um die Tiere kümmern wollen.“

Janine Bahr ist nicht nur Tierhuus-Ärztin, sondern kümmert sich auch um die kranken Tiere von Föhrern. „Viele kommen nicht, doch es gibt ein paar, die ihre Tiere von mir behandeln lassen wollen.“ Aber auch so hat Janine auf der Insel viel zu tun, denn alleine im Sommer hat sie pro Tag ca. 12–20 Notfälle: Tiere, die in Zäunen hängen, Haustiere, die in Keller gefallen sind und natürlich Robben, die in Netzen hängen, ihre Mütter verloren haben oder tödlich krank sind.

All diese Arbeit verschlingt jedoch viel Geld: Untersuchungen und Impfungen wollen auch bezahlt werden. „Was uns ein bisschen fehlt sind Spenden“, sagt Bahr, „Wir machen das alles ehrenamtlich. Zwar gibt es ein paar Sponsoren, aber das reicht gerade so und ein paar mehr Spender wären nicht schlecht. Außerdem würde ich gerne ausbauen und mir irgendwann den Traum erfüllen, dass es eine Robbenauffangstation auf der Insel gibt und die Robben nicht immer erst ganz nach Friedrichskoog gefahren werden müssen.“


Text & Bilder: Clara von Stülpnagel

Im Tierhuss bei der Kinder-Uni Föhr, © Föhr Tourismus GmbH/Clara von StülpnagelGalerie öffnen© Föhr Tourismus GmbH/Clara von Stülpnagel
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