Wrixumer Mühle

Der Himmel war bedeckt und es sah ganz nach einem Gewitter aus. Genau das, was sich im Moment alle wünschten. Hanne und Ray Eighteen begannen den Kurs. „Wir fangen erst mal schnell draußen an, bevor es noch anfängt zu regnen. Dann können wir uns die Mühle einmal von außen in Ganz angucken“, sagte Hanne. Die Gruppe setzte sich draußen auf den Spielplatz. Dann erzählte das Ehepaar Eighteen erst mal ein bisschen etwas über die Mühle. „Fangen wir mal bei den Flügeln an, was glaubt ihr denn wir groß die sind?“, fragte Ray. Die sind ganze 18,50 m lang. Die Kids stellten sich in eine lange Schlange und deckten so etwa die 18,50 m. Sie staunten, das war ganz schön lang.

Dann gingen sie hinein in die Mühle. Dort stellten sich Eighteens noch mal in Zimmerlautstärke vor, denn draußen war es ganz schön laut gewesen. Ray kam aus England und Hanne von der Insel in der Elbe, aus Wilhelmsburg. Sie hatten sich verliebt und sind dann gemeinsam nach Föhr gezogen. Dort hatten sie sich dann auch in die Mühle verliebt. „Ich finde diese alte Technik dieser Mühle einfach total interessant.“, erklärte Hanne, „Die Bürgermeisterin von Wrixum, Heidi Braun, hat diese Mühle gekauft, die nach dem letzten Gastronom, der unten im Raum sein Café hatte, schon sehr verfallen war. Dann haben wir sie mit 47 anderen Leuten wieder auf Hochglanz geputzt. Dabei ist sie uns sehr ans Herz gewachsen und nun kümmern wir uns mit zwei Kollegen um die Mühle und kommen regelmäßig her.“

Dabei ist diese Mühle nicht mal die älteste. Sie steht gerade mal seit 1850. Die erste Mühle war eine ganz einfache Mühle. Sie wurde noch vom Müller persönlich in die Richtung gedreht, in der der Wind stand. So eine Mühle stand in Wrixum von 1450–1650. Wegen dem Wind ist sie dann leider umgeweht wurden, dabei ist auch der Müller gestorben. Dann baute man direkt eine nächste Mühle, die von 1650–1850 stand. Die ist dann aus unerfindlichen Gründen abgebrannt. Als letztes wurde die Mühle gebaut, die nun in dem kleinen Ort steht. Der Aufbau hat ein Jahr gedauert und ist aus vielen Einzelteilen anderer Mühlen zusammengebaut, sie wurde noch von echten Mühlenbauern gebaut. Auch ist um die Mühle kein Holzzaun, sondern ein hoher Erdwall, der um einiges günstiger war und die Mühle auch gut schützt. Insgesamt steht diese Mühle seit 168 Jahren, wurde immer mal wieder repariert und ist nun seit 58 Jahren nicht mehr in Betrieb.

„Anfangs wurde sie nur mit Windkraft benutzt. Dann konnte man sie ab Windstärke 3, ab wo sich die Flügel dann drehten, bis Windstärke 9, wo die Flügel sonst kaputt gegangen wären, benutzen.“, erklärte Ray Eighteen. „Ab 1936 wurde dann ein Dieselmotor eingebaut, der aber ungerne benutzt wurde, da Diesel sehr teuer war. Da war man froh, wenn der Wind gut stand, um mit ihm zu arbeiten.“

Dann erzählten die Eighteens der Gruppe die Geschichte von den Gesellen. „Früher gab es Gesellen die zwischen den Müllern Informationen oder Tipps weitergaben. Dann mussten sie immer erst ihre Hände vorzeigen, denn wenn sie voller Narben von Quarzsplittern waren, dann waren die Gesellen fleißig und nützlich in der Mühle und durften bleiben. Waren sie aber ganz glatt, dann galten die Gesellen als faul und man wollte sie nicht haben. Eine Nacht durften sie jedoch immer kostenlos bleiben und sie zogen am nächsten Tag immer mit ein bisschen Geld wieder los.“

Dann teilten Ray und Hanne die Gruppe in drei Gruppen. Die einen sollen die ganze Zeit „Ratter, Ratter, Ratter“ machen, die Zweite Gruppe machte „Quietsch, Quietsch, Quietsch“ und die dritte Gruppe riefen „klopf, klopf, klopf“. Diese Geräusche machten alle gemeinsam. Dabei entstand ein ziemlich lautes Geräusch. „Solche Lautstärke war hier in der Mühle früher ungefähr jeden Tag“, sagte Ray. Die Kinder staunten.

Schließlich teilten die Mühlenwärter die riesige Gruppe in zwei kleine Gruppen auf, die eine Gruppe schaute sich die Mühle an, die andere machte mit Ray gemeinsam runde Anstecker mit einer Mühle, die die Kinder anmalen durften.

In dem Raum, in dem sich im Moment alle befanden, standen nur der Mühlenstein, der das Korn mahlte und der Elevator, der mit kleinen Schaufeln das Korn in den nächsten Stock transportiere. Dort wurde dann die Streu vom Weizen getrennt.

Über eine steile Treppe ging es in den ersten Stock hinauf. Dort sah man die riesigen Zahnräder, die die Flügel bewegten. Noch einen Stock höher stand ein Teil der langen Königswelle, eines der Hauptantriebswerke der Technik. In den letzten Stock durfte man nicht hinein, aber man konnte hochschauen. Dort war zum Beispiel das Ende der Königswelle.

„Zu Lebzeiten war hier übrigens nicht alles mit Boden bedeckt, sondern nur am Rand, damit das Korn durchfallen konnte. Und unten fuhr eine Kutsche zur einen Seite rein, lud das Korn ab und fuhr zu anderen Seite wieder raus.“, erzählte Ray den Kindern zum Abschied. Dann war der Kurs vorbei. Langsam verließen die Besucher die Mühle. Viele wünschten dem Ehepaar viel Glück für ihren Traum: Eines Tages wieder Föhrer Mehl mahlen!

 

Text & Bilder: Clara von Stülpnagel

Kinder-Uni in der Wrixumer Mühle, © Föhr Tourismus GmbH/Clara von StülpnagelGalerie öffnen© Föhr Tourismus GmbH/Clara von Stülpnagel
Kinder-Uni in der Wrixumer Mühle, © Föhr Tourismus GmbH/Clara von StülpnagelGalerie öffnen© Föhr Tourismus GmbH/Clara von Stülpnagel
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