Wetterfrosch Dr. Meeno Schrader

Punkt elf beginnt die Kinder-Uni Vorlesung. Dr. Meeno Schrader, der Meteorologe des Schleswig-Holstein Magazins im NDR Fernsehen, stellt sich vor die rund sechzig Kinder. „In einer Uni gibt es zwei verschiedene Anfänge eines Kurses.“, beginnt er, „Einmal, dass der Kurs pünktlich beginnt, das wäre in unserem Fall ja jetzt um elf, was uns gelungen ist. Und die Zeit mit Verspätung. Da kann es dann auch mal bis zu fünfzehn Minuten dauern bis der Kurs losgeht.“

Damit hat er einen prima Einstieg in das heutige Thema gefunden. Wetter. Schließlich sind die Kinder alle kleine Mini-Studenten, die heute lernen wollen was das Wetter eigentlich genau ist.

Der Meteorologe beginnt das Thema mit Wetterfröschen. „Das sind häufig unsere Spitznamen. Denn wisst ihr was ein Wetterfrosch so macht?“ Ein Junge kann es erklären: „Der klettert bei gutem Wetter die Leiter hoch und bei schlechtem bleibt er unten im Glas sitzen.“ Das sei richtig, so Schrader, doch heute machen die Meteorologen das ein bisschen anders. „Heutzutage misst man das Wetter mit bestimmten Messgeräten.“, er zeigt ein paar in seiner Leinwand-Präsentation.

Zum Beispiel haben Flugzeuge Messgeräte an sich oder es gibt Messgeräte, die hängt man an große Helium Luftballons. Die steigen dann in die Höhe und in einer bestimmten Höhe, wenn es für den Luftballon zu hoch wird, platzt er und das Messgerät fällt herunter. Die kann man dann manchmal finden, so etwas sieht man nur sehr selten, schließlich werden nicht alle Tage Luftballons mit Messgeräten in die Luft geschickt.

Oder was auch sehr bekannt ist, sind natürlich die Satelliten. „Die kreisen dann um unsere Erde und messen, zum Beispiel Wind.“, zeigt Meeno. Aber wie genau funktioniert jetzt das Voraussagen des Wetters? Es werden mehrere Dinge gemessen, zum Beispiel Sonne und Luft. Die Sonne ist dabei ganz wichtig, denn ohne Sonne gäbe es kein Wetter und kein Leben auf dieser Welt. Wichtig ist auch die Temperatur zu messen. „Die Leute auf dieser Welt wollen ja wissen wie warm es ist.“, erklärt Dr. Meeno Schrader.

Als nächstes wird auch der Luftdruck gemessen. „Luft ist ein wichtiges Gewicht“, lehrt der „Wetterfrosch“. Das kann man sich mit mehreren Luftmolekülen vorstellen. Hier auf der Erde gibts ganz viele Luftmoleküle. Je weiter wir nach oben in die Luft steigen, desto weniger Luftmoleküle sind vorhanden. Je weniger da sind, desto „leichter“ wird die Luft. Dass wir hier unten nicht erdrückt werden, liegt an der Fliehkraft der Erde. Denn unser Gewicht kann sich dessen Gewicht standsetzen. Das ist schon enorm, wenn man bedenkt, dass auf einem Quadratmeter rund 10.000 Tonnen Gewicht liegen!

Aber das war immer noch nicht alles was man für das Wetter messen muss. Man misst nämlich auch die Feuchtigkeit und den Wind. Beides ist wichtig für das Wetter. Wind kann man noch dazu in verschiedenen Einheiten messen: Kilometer pro Stunde (km/h), Meter pro Sekunde (m/s) oder in Knoten für die Seefahrer (Kn). Bei einer Wettervorhersage im Fernsehen geben die Meteorologen den Wind häufig in Windstärken an. „Zum Beispiel: Morgen kann es Windstärke 4 geben“, erzählt Meeno.

Mit diesen ganzen Informationen muss man nun natürlich noch etwas anstellen. Erst mal werden sie zu einem Bild zusammengesetzt. Dann hat man ein bisschen Ordnung im Wetter. Auf dem Bild kann man dann verschiedene Kreise und Farben erkennen. Dunkle Farben sind die Punkte, an dem viele Luftmoleküle sitzen. Das nennt man ein Hochdruckgebiet. Das heißt, das Wetter wird sonnig und schön.

Was schlecht ist und was schön ist, ist aber definitionsbedingt. „Landwirte finden zum Beispiel schlechtes Wetter im Moment gut, weil sie den Regen für ihre Felder brauchen“, sagt der Meteorologe.

„Aber natürlich kann die Vorhersage so noch nicht ins Fernsehen.“, lehrt Dr. Meeno Schrader. Dafür muss sie erst mal verständlich gemacht werden. Das heißt, sie werden in mathematische Formeln umgewandelt werden. Dann kommen sie in einen Computer, in dem sie in eine Programmiersprache übersetzt werden. Das sind große Computer, die das in ein paar Minuten machen können. Normale Computer, die jeder zu Hause hat, würden dafür viel zu lange brauchen.

Die Computer legen dann ein Raster über die Landkarte, in diesem Fall von Nordfriesland. Dann berechnet der Computer eine ziemlich genaue Voraussage. So arbeitet die Firma, in der Meeno Schrader arbeitet.

Es gibt dann verschiedene Arten diese Voraussagen darzustellen. Zum Beispiel auf dem Handy, dem Computer, dem Fernsehen oder dem Radio, man kann es in Knoten, Meter pro Sekunde oder Kilometer pro Stunde darstellen. Zum Beispiel kann man es auch an Wolkenarten oder an einem Bild zeigen. Das wäre ziemlich präzise. Aber trotz alledem ist es immer nur ein Vorschlag, den die Meteorologen zeigen. „Wir können Sonne und warmes Wetter vorhersagen, aber es kann auch immer anders kommen!“, warnt der Meteorologe.

Als letztes müssen die Mitarbeiter und Meeno die Ergebnisse, die der Computer entworfen hat, überprüfen. Denn wenn sie total daneben sind, dann können sie damit nicht arbeiten und müssen neu anfangen. Am Ende müssen sie es nur noch im Fernsehen vorstellen. Das muss auch gut vorbereitet werden. Dabei kümmert sich die Regie darum, dass die richtigen Bilder hinter Meeno zu sehen sind und das alles läuft. Denn Meeno kann die Bilder nicht sehen. Er steht vor einer grünen Wand und kann nur über einen kleinen Monitor außerhalb der Bildfläche kontrollieren, ob er richtig auf die Bilder zeigt.

Früher durfte Meeno Schrader die Vorhersagen in der freien Natur machten, er reiste in ganz Norddeutschland herum und präsentierte an verschiedenen Orten das Wetter. Seit das Studio umgebaut wurde, berichtet er das Wetter im Studio. „Das macht aber gar nichts.“, erzählt Schrader, „Ich komme mit den Leuten im Studio gut klar und es ist ein tolles Team. Trotzdem vermisse ich natürlich das Reisen.“

„Ich finde, das Wetter ist ein wirtschaftlich großes Thema und spricht heutzutage fast jeden an“, erklärt er auf die Nachfrage, was ihn am Wetter interessiert, „Das Wetter zu berichten und zu erforschen macht riesigen Spaß.“ Auch falsch gelegen hat er schon mal. „Das gehört dazu. Auch Pannen im Studio bei einer Aufnahme gehören zur Normalität. Die meisten Leute interessieren sich sogar fast nur für die Pannen.“ Und ein Hoch für alle die frei haben: In den nächsten Tagen soll die Sonne scheinen und es angenehm warm werden. Also eine gute Neuigkeit für alle Urlauber!

 

Text & Bilder: Clara von Stülpnagel

Dr. Meeno Schrader bei der Kinder-Uni Vorlesung auf Föhr, © Föhr Tourismus GmbH/Clara von StülpnagelGalerie öffnen© Föhr Tourismus GmbH/Clara von Stülpnagel
Dr. Meeno Schrader bei der Kinder-Uni Vorlesung auf Föhr, © Föhr Tourismus GmbH/Clara von StülpnagelGalerie öffnen© Föhr Tourismus GmbH/Clara von Stülpnagel
Dr. Meeno Schrader bei der Kinder-Uni Vorlesung auf Föhr, © Föhr Tourismus GmbH/Clara von StülpnagelGalerie öffnen© Föhr Tourismus GmbH/Clara von Stülpnagel

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