Weltnaturerbe Wattenmeer im Herbst

 Unterwegs mit dem Traditionssegler “Labor Sanitas“


Wyk auf Föhr, 09. September 2016 – Segel setzen, Wenden, Halsen, auf Ausguck gehen, Navigieren. An Bord der “Labor Sanitas“ heißt es anpacken. Ausgehend von Wyk auf Föhr unternimmt das historische Plattbodenschiff regelmäßig Tages- und Wochentörns im Nordfriesischen Wattenmeer. Neben der Vermittlung nautischer Kenntnisse und den Hintergründen traditioneller Seefahrt sind auf Wunsch auch Übernachtung und Verpflegung enthalten. Mit allen Sinnen das Watt ersegeln und nur mit der Kraft des Windes in die einzigartige Welt des UNESCO Weltnaturerbes Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer eintauchen. Auf der „Labor Sanitas“ kann die ganze Familie in den Herbstferien die raue Schönheit und Weite des Watts erleben und gemeinsam viele schöne Erinnerungen mit nach Hause nehmen.

Seit diesem Sommer liegt im Hafen von Wyk auf Föhr ein neuer Hingucker: die “Labor Sanitas“. Das große Schwesterschiff der “Ronja“ wurde vor 120 Jahren in den Niederlanden gebaut. Im vergangenen Jahr kauften die beiden Skipper Katja Wendt und John von Eitzen die Groninger Tjalk – ein spezieller holländischer Schiffstyp – und überführten sie von den Niederlanden nach Föhr.

Mit ihren beiden Schiffen und dem gemeinnützigen Verein Ronja e.V. wollen Wendt und von Eitzen die Tradition der küstennahen Schifffahrt mit Plattbodenschiffen bewahren und sie Föhr-Gästen während Tages- und Wochentouren, Führungen oder Seminaren erlebbar machen.

Denn im Wattenmeer sind Ewer und Tjalken aufgrund ihres geringen Tiefgangs ideale Schiffe, weil sie sich auch trockenfallen lassen können und die Gäste so bei Niedrigwasser auf Erkundungstour gehen können. „Mal sehen, wo uns das heute gelingt. Wenn das Wasser weit genug abläuft, können wir nachher sogar eine kleine Wanderung auf dem Meeresboden machen“, sagt von Eitzen als er während eines Törns mit der mächtigen Pinne die Labor Sanitas in das Fahrwasser vor Wyk auf Föhr steuert. Während der Fahrt erklärt die erfahrene Crew die Handgriffe. „Wir machen aus einem Haufen Landratten schnell eine funktionierende Mannschaft“, lacht von Eitzen. 35 Personen finden auf der „Labor Sanitas“ Platz. Bei mehrtägigen Törns kann sie bis zu 20 Übernachtungsgäste beherbergen.

Biologin Katja Wendt führt die Gäste während der Entdeckungstour und erklärt ihnen Wissenswertes über die außergewöhnliche Naturlandschaft und ihre Bewohner. Zum Beispiel die “Small Five“ – die fünf bedeutsamsten Arten im Wattenmeer. Sie sind besonders klein und haben sich dem Lebensraum Watt angepasst. Gemeint sind: Wattwurm, Herzmuschel, Strandkrabbe, Wattschnecke und die Nordseegarnele.

Für die Nordfriesischen Inseln und Halligen waren Wasserwege die Haupthandelsrouten für regionale Produkte. Die segelnden Frachtschiffe waren das Arbeitstier der Händler – mit dem Traditionssegler „Labor Sanitas“ erleben kleine und große Föhr-Gäste Meer und Küste wie die Seefahrer vergangener Zeiten. Wie damals bestimmen Gezeiten und Wetter Fahrplan und Programm. 

Weitere Informationen zur „Labor Sanitas“
www.laborsanitas.de

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