Im Krankenhaus

Husten, niesen, röcheln. Das hört man im Wartezimmer des Krankenhauses von Föhr. Hier warten die Ambulanzkranken, also die Kranken, die nicht über Nacht bleiben müssen, darauf, dass sie behandelt werden. Chefarzt Dr. Harder zeigt heute mit seinen Kolleginnen Petra und Daniela den Mini-Ärzten von der Kinder-Uni das Krankenhaus.

Die Gruppe startet im Behandlungszimmer, wo sich die Patienten erst mal auf eine Liege legen. „Dann frage ich sie erst mal, was passiert ist“, erklärt Dr. Harder, „Bei kleinen Wunden klebe ich nur Pflaster auf die Wunden, bei den großen Wunden wische ich erst mal das Blut auf und desinfiziere es dann, damit es sich nicht entzündet. Am Ende muss ich dann meistens nähen. Dafür betäube ich die Stelle. Das tut nicht weh.“

Bei inneren Schmerzen muss Dr. Harder röntgen. Dafür geht die Kinder-Uni Gruppe in den Nebenraum und schaut sich die Geräte dazu an. „Derjenige der röntgt und der Patient müssen schwere Bleiwesten anziehen, denn die Röntgenstrahlen sind nicht gut für den Körper, nur die Stelle, die untersucht werden muss, wird unter die Maschine gelegt, aber auch das tut nicht weh und ist eine Angelegenheit von ein paar Minuten“, Dr. Harder zeigt den Kindern die Röntgenmaschine.

Dann schaut er in die andere Ecke des Raums, die Kinder folgen seinem Blick. Dort steht eine Liege, die vor einem riesigen Kreis steht. „Das ist unser CT-Gerät. Hier werden Bilder vom Kopf gemacht. Das ist aber nur für Erwachsene, die Strahlen sind für Kinder zu doll.“, sagt Harder.

Zurück im Behandlungsraum zeigt Dr. Harder den Kursteilnehmern vor einer weißen Wand ein paar Bilder, auf denen Knochen von Füßen oder Händen zu sehen sind. „Hier sehen wir die Röntgenbilder. Wir schauen, ob etwas gebrochen ist oder nicht.“, lehrt Dr. Harder.

Als nächstes möchte Dr. Harder den Kindern den OP-Raum zeigen, doch der ist gerade in Benutzung, also geht er erst mit den Kindern zum alten Kreißsaal. „Bis vor drei Jahren wurden hier noch Föhrer Kinder geboren“, erzählt Dr. Harder, „Aber dann mussten wir den Kreißsaal schließen, weil es nicht die Techniken für eine sichere Geburt von Kindern gab. Seitdem steht dieser Kreißsaal leer und wird eines Tages womöglich auch ganz abgebaut. Ich hoffe natürlich, dass der Kreißsaal eines Tages wieder öffnet, aber daraus wird wahrscheinlich nichts, denn die Juristen haben hohe Ansprüche, was die Techniken einer Geburtsstation angeht. So müssen die Mütter Wochen vor der Geburt aufs Festland fahren. Die Väter müssen arbeiten, aber wollen natürlich trotzdem bei der Geburt dabei sein. Das ist ziemlich zeitaufwendig. Es wäre schön, aber es ist wahrscheinlich nicht möglich.“, so Harder.

Der Kreißsaal an sich voll eingerichtet: Es gibt ein Bett für die werdende Mutter, eine Waage, wo das Kind gewogen werden kann und ein Monitor auf dem Herzschlag und Puls überprüft werden können. Jedoch ist diese Geburtsstation nicht auf dem neuesten technischen Stand, weshalb es leider schließen musste.

Nun kommt die Gruppe in den Gipsraum. „Abgemacht wird der Gips mit etwas ähnlichem, wie eine Kreissäge. Die ist ziemlich laut und das dauert ziemlich lange. Am Ende bekommt jedes Kind einen Handverband. „Aber ihr erzählt euren Eltern, dass der nicht echt ist, sonst bekomme ich noch Ärger mit ihnen.“, lacht Harder.

Als nächstes zeigt Dr. Harder den Kindern den nun freigewordenen OP-Raum. „Wir haben zwei OP-Räume. Der erste ist der größere Raum. Der zweite Raum ist dazu da, falls wir zwei OPs auf einmal durchführen müssen.“, er zeigt ihnen den kleineren OP-Saal. Davor müssen erst mal alle Kinder Mundschutz und Haarnetz aufsetzen. Außerdem dürfen sie nur rein gucken, denn sonst müsste der komplette Raum einmal geputzt werden, damit dort keine Keime auftauchen.

Im OP-Raum steht eine große Liege, auf der der Patient liegt. Darüber hängt eine große Lampe, damit man genug sieht. Im Nebenraum liegen steril die Instrumente. Jedes Kind darf einmal reingucken. Petra, die für die Narkose beim Patienten zuständig ist, steht umgezogen im Raum und zeigt ihnen alles.

Zum Schluss der Führung geht die Gruppe noch einmal über die Station. Aber die Kinder müssen ganz leise sein, denn die 18 Betten im Krankenhaus sind alle belegt und die Patienten brauchen ihre Ruhe.

Den Kindern hat es großen Spaß gemacht. „Ich werde später auch mal Arzt“, sagt ein Junge strahlend. Dr. Harder ist zufrieden. „Es ist toll Menschen für den Beruf begeistern zu können. Ich selber wollte ab der 10. Klasse Arzt werden. Ich fand die Idee gut anderen, kranken Menschen zu helfen. Ich wollte unbedingt Unfallchirurg werden. Anderen Menschen helfen, das war immer mein Ziel. Zum Glück gehören OPs nicht zur Alltagsroutine. Hauptsächlich passieren hier ambulante Fälle, wo die Patienten gleich wieder gehen dürfen. Trotzdem sind unsere 18 Betten voll, was jetzt erst mal nicht viel klingt, für unser Krankenhaus aber gut ist. Und bis jetzt konnten wir auch jedem Patienten helfen. Klar kann es immer passieren, dass einer an seinen Verletzungen erliegt, aber wir tun unser Bestes, um jedem zu helfen. Die Fälle, die zu groß für unser Krankenhaus sind, kommen auch schnellstmöglich in das Uni-Krankenhaus auf dem Festland. Die Patienten sind hier also gut aufgehoben.“, lächelt Dr. Harder. Das sind doch perfekte Voraussetzungen für das kleinste Krankenhaus Schleswig-Holsteins!

 

Text & Bilder: Clara von Stülpnagel

Im kleinen Inselkrankenhaus auf Föhr, © Föhr Tourismus GmbH/Clara von StülpnagelGalerie öffnen© Föhr Tourismus GmbH/Clara von Stülpnagel
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