Einwohnerbefragung abgeschlossen: gute Beteiligung trotz Zustellungsschwierigkeiten

Wyk auf Föhr, 16. August 2021 – Die Auswirkungen des Tourismus sind derzeit ein viel diskutiertes Thema, das auch in wissenschaftlichen Arbeiten erforscht wird. Auch die Einwohnerbefragung auf Föhr ist Teil einer studentischen Masterarbeit, die sich mit Tourismusakzeptanz und sozialer Nachhaltigkeit auseinandersetzt. Trotz Schwierigkeiten bei der Zustellung der Einladung zur Umfrage haben sich 1.691 Föhrerinnen und Föhrer daran beteiligt. Detaillierte Ergebnisse werden frühestens im Oktober erwartet.

Eine Studienreise im Herbst 2020 hat das Forschungsinteresse einer Studentin aus Süddeutschland an Föhr als Lebensraum und Urlaubsort geweckt. Sie bat die Föhr Tourismus GmbH (FTG) um Zusammenarbeit bei der Umsetzung ihrer Forschungsarbeit. Das Ziel: ein Stimmungsbild der Föhrerinnen und Föhrer im Hinblick auf den Tourismus auf der Insel. „Dieses Vorhaben wollten wir natürlich gern unterstützen und haben deshalb die Umfrage auf Föhr begleitet“, erzählt Jochen Gemeinhardt, FTG-Geschäftsführer. „Die Studentin hat sich mit ihren Fragen übrigens an jenen orientiert, die bei ähnlichen Befragungen auch in anderen touristischen Destinationen in Norddeutschland gestellt wurden, um die Ergebnisse besser vergleichen zu können.“

Da es aus Datenschutzgründen nicht möglich war, die Meldedaten aller volljährigen Föhrer*innen mit Erstwohnsitz auf Föhr zu erhalten und personalisierte Anschreiben zu verschicken, hat die FTG bei der Deutschen Post eine sogenannte Postwurfsendung an alle Föhrer Haushalte in Auftrag gegeben (gesamter PLZ-Bereich 25938). Zum Zeitpunkt des Auftrags (22. Juli) waren dies laut Post 5.004 Haushalte – eine Unterscheidung zwischen Erst- und Zweitwohnsitz war an dieser Stelle nicht möglich.

Schwierigkeiten bei der Zustellung der Info-Briefe

Am Montag, den 26. Juli, hat die FTG also insgesamt 5.004 Infoschreiben an die Post übergeben. Laut Qualitätsziel der Post sollten diese innerhalb von vier Werktagen (Dienstag bis Freitag) zugestellt werden. Nachdem die ersten Föhrer Haushalte ihr Schreiben erst am 03. August erhalten haben, hat die FTG die Teilnahmefrist um eine Woche verlängert und darüber im Insel-Boten sowie auf Facebook berichtet.

„Die Umfrage war an Personen mit Erstwohnsitz auf Föhr gerichtet“, so Gemeinhardt. „Hätten wir den Link zur Umfrage beispielsweise im Insel-Boten oder durch Aushänge in Supermärkten mitgeteilt, hätten sicher auch Urlauber mitgemacht und das Ergebnis verzerrt. Deshalb haben wir auf die direkte Ansprache per Brief gesetzt.“

Rege Beteiligung online und handschriftlich

Trotz der Schwierigkeiten haben viele Föhrerinnen und Föhrer die Gelegenheit genutzt und an der Umfrage teilgenommen: zwischen dem 03. und dem 13. August wurden insgesamt 1.854 Zugriffe auf die Online-Umfrage verzeichnet. Davon waren allerdings 162 komplett leer, weitere 50 enthielten nur demographische Angaben. Von den verbleibenden 1.642 verwertbaren Fragebögen wurden 22 von Personen mit Zweitwohnsitz abgegeben, die nicht in die Hauptauswertung einfließen. „Viele Personen haben sich bei uns gemeldet und um eine gedruckte Version der Umfrage gebeten“, so Kai Becker, Nachhaltigkeitsbeauftragter der FTG, der die Umfrage für die Studentin auf Föhr begleitet hat. „Diese haben wir dann auf dem normalen Postweg verschickt oder selbst zu den Haushalten gebracht. 72 Personen haben den Bogen bereits wieder bei uns abgegeben, darunter eine Person mit Zweitwohnsitz.“ Am Montagmorgen lagen also insgesamt 1.691 verwertbare Antworten von Personen mit Erstwohnsitz auf der Insel vor. Möglicherweise kommen noch Fragebögen hinzu, die auf dem Postweg eingehen.

Ziel war es, allen Personen mit Erstwohnsitz auf Föhr die Möglichkeit zur Teilnahme zu geben. „Aus rein statistischer Sicht ist für repräsentative Umfragen und Ergebnisse aber nicht notwendigerweise die Einbindung und Befragung aller möglichen Personen nötig“, gibt Becker zu bedenken. Erst im Laufe der Auswertung wird sich zeigen, wie die Stichprobe strukturiert ist. „Leider hat die Umfrage offenbar nicht alle Personen erreicht, die zur Teilnahme eingeladen waren“, bedauert Gemeinhardt. Die gute Vernetzung der Föhrerinnen und Föhrer untereinander habe die Schwierigkeiten bei der Auslieferung in vielen Fällen aber ausgeglichen: „Wir haben mehrfach gehört, dass der Link zur Befragung im Freundes- und Bekanntenkreis auf der Insel weitergegeben und die gedruckte Umfrage auch für Nachbarn bestellt wurde – die Post war also zum Glück nicht der einzige Weg zur Teilnahme.“

Ergebnisse werden nach Auswertung veröffentlicht

„Die rege Teilnahme lässt uns auf ein breites Stimmungsbild hoffen“, so Becker. „Wir denken, dass sich die Insulanerinnen und Insulaner darin wiederfinden werden.“ Detaillierte Ergebnisse erwartet die FTG frühestens im Oktober, spätestens jedoch zum Jahresende. „Sobald es die universitären Abläufe erlauben, werden wir die Umfrageergebnisse der Öffentlichkeit und dem Zweckverband vorstellen“, so Gemeinhardt. „Wir danken allen, die mitgemacht haben und werden transparent mit dem eingefangenen Stimmungsbild der Föhrerinnen und Föhrer umgehen.“

Für Rückfragen und Austausch zur Einwohnerbefragung steht der Nachhaltigkeitsbeauftragte der FTG, Kai Becker, jederzeit gerne unter der Telefonnummer (0 46 81) 30-27 zur Verfügung.

 

Zur Auswertung

 

Pressemitteilung zum Download:

PDF

WORD