Die Rettung auf dem Meer auf Föhr

 

Von Weitem kann man den DLRG-Wachturm schon sehen, denn DLRG steht groß in gelb auf rot drauf und die Flagge der DLRG ist gehisst. Der Kinder-Uni Kurs fängt aber im kühlen Schatten eines Baumes an.

Inga, die den Kurs heute leitet, hat dort schon allerhand Dinge hingestellt. Sie hat ein großes Tuch ausgebreitet und hinter ihr steht ein Bollerwagen mit Schwimmbällen und Puzzleteilen und Flaggen drauf. Tom (9, Name geändert) setzt sich zu den anderen ins Gras. Inga stellt sich und die jugendlichen Rettungsschwimmer vor. Sie beginnt die Morgenroutine der Jugendlichen vorzustellen, die nicht von hier kommen und in einem Haus unten am Hafen wohnen. „Wenn sie zum Wachturm kommen, warten die Menschen schon auf sie, denn sie freuen sich, wenn es jemanden gibt der auf die Schwimmer aufpasst.“, erklärte Inga und stellte den Kindern die Flaggen vor, die angeben, ob man schwimmen gehen kann oder nicht. „Gelb-Rot bedeutet `Alles in Ordnung`, die Leute können in Ruhe schwimmen gehen, es besteht keine Gefahr zu ertrinken.“, lehrt sie den Mini-Rettungsschwimmern, „Gelb sagt, dass nur die erfahrenen Schwimmer baden dürfen, alle die noch nicht gut schwimmen können, sollen lieber draußen bleiben. Und rot bedeutet `Strengstes Badeverbot!`, keiner darf ins Wasser.“

Inga trägt den Kindern auf, das große Tuch, was vor ihnen liegt, einmal kräftig zu schütteln, wie die Wellen bei einem Sturm draußen. Tom schüttelt, so fest er kann.

Anschließend dürfen sie alle gemeinsam ein großes Puzzle zusammen legen. „Nobbis Baderegeln“, liest Tom laut vor. Nobbi, das ist der große blaue Seehund der DLRG. Er zeigt den Kindern immer die Baderegeln und lehrt ihnen alles, was sie über das Schwimmen wissen müssen. „Er ist hier heute auch schon ein paar mal lang gelaufen, habt ihr ihn gesehen?“, fragt Inga. Tom nickt eifrig. Nun gehen sie Regel für Regel durch. Zum Beispiel sollte man sich vor dem Schwimmen nicht vollessen, sonst könnte es sein, dass man sich übergeben muss. Und dass man nur bis zur eigenen Grenze ins Wasser gehen darf, die endet ungefähr in der Mitte des Bauches. Denn sonst kann es sein, dass man abtreibt und das wäre nicht gut, denn ist die DLRG nicht rechtzeitig zur Stelle, kann es sein, dass man ertrinkt.

Dann schickt Inga sie runter zum Wachturm. Dort wartet Dietmar. Er ist ein Rettungsschwimmer, allerdings nicht nur auf der Insel Föhr, sondern zum Beispiel auch auf Rügen. Er zeigt Tom und den anderen Kursmitgliedern die DLRG-Ausrüstung. Er holt ein großes Brett hervor. Das sieht aus, wie ein Surfbrett, findet Tom. „Da legt man sich auf den Bauch und rudert zu dem Ertrinkenden. Dann ist man manchmal schneller als ein Boot“, erklärt Dietmar ihnen. Außerdem zeigt er ihnen auch noch eine Rettungsleine, mit der man zum Opfer hinschwimmen und dann von einem zweiten Helfer auf der Brücke zurückziehen lassen kann. Oder ein Rettungsgurt, den man dem Opfer umlegen kann, sodass man ihn dann nur hinter sich her zum Land ziehen muss.

Am Ende zeigt Dietmar den Kindern noch die zwei DLRG-Boote. Das eine ist ein rotes Schlauchboot, mit dem man superschnell bei der Person im Wasser sein und sie an Land bringen kann. „Und man kann damit sogar auf den Sand fahren, sodass man die Person nicht im Wasser abladen muss.“, erklärt Dietmar stolz. Das andere Boot ist etwas größer und aus Metall. Das kann bis zu 100 km/h schnell werden! „Mit dem können wir auch eben bis nach Dagebüll fahren und sind sogar schneller da als die Fähren. Aber wir können auch nur im Hafen oder dort, wo man es festmachen kann halten.“, Dietmar zeigt auf einen Kasten im Boot, „Da ist eine Leiter drin, womit wir den Hilfe-benötigenden einfach ins Boot ziehen können. Bei dem rotem Schlauchboot können wir das sogar während der Fahrt.“ Tom ist begeistert. Damit würde er gerne mal fahren.

Leider ist die Zeit nun vorbei und die Kinder müssen zurück zu Inga zum DLRG-Auto. Dietmar verabschiedet die Kinder. Er ist nun schon seit 41 Jahren bei der DLRG, es ist toll den Kindern die Gefahren des Meeres zu erzählen, damit sie immer schön aufpassen. Hier auf der Insel ist es zum Glück ein bisschen ruhiger. Am Tag gibt es nicht viele Einsätze. In ein paar Tagen wird etwas mehr los sein, da dann auch die anderen Bundesländer Ferien haben. Einsätze an Füßen sind da schon häufiger an der Tagesordnung. 20-25 Schnittwunden verarzten sie so am Tag. Aber trotzdem kann jederzeit was passieren. Damit sie darauf vorbereitet sind, werden die Scheine, die man zum Rettungsschwimmer braucht, immer wieder wiederholt. Und bis jetzt konnte zum Glück auch jeder gerettet werden.

Dietmar, der selbst einmal am eigenem Leibe miterleben musste, wie schnell man hinausgetrieben wird, wusste seitdem, dass er anderen das Leben retten will. „Mir war es einfach wichtig, dass andere sicher spielen können, ohne die Angst haben zu müssen, abgetrieben zu werden.“ Er winkt noch den Kids hinterher, bevor er sich wieder an die Arbeit macht. Tom nimmt in der Zeit seine Urkunde, dass er mitgemacht hat und einen Wasserball entgegen. „Damit kann ich gleich direkt im Wasser spielen“, ruft er, „Ich will auch unbedingt mal Rettungsschwimmer werden!“
 

Text & Bilder: Clara von Stülpnagel

Kinder-Uni mit der DLRG in Wyk auf Föhr, © Föhr Tourismus GmbH/Clara von StülpnagelGalerie öffnen© Föhr Tourismus GmbH/Clara von Stülpnagel
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