Der grüne Strom

Es war ziemlich heiß. Zum Glück wehte ein kleines Lüftchen. Was Luft eigentlich ist und was der mit den riesigen Windrädern zu tun hat, die in der Oevenumer Marsch stehen, das erklärten Jan Brodersen und Nicole Knudsen im heutigen Kinder Uni Kurs. Jan Brodersen ist der Geschäftsführer der Strom von Föhr Vertriebs-GmbH.

Pünktlich um 10:30 Uhr ging es los. Jan und Nicole teilten die Gruppe in Kinder und Erwachsene. Jan zeigte den Erwachsenen alles über die Windräder, Nicole erzählte es den Kindern etwas leichter.

Erst einmal klärten sie die Frage, was Strom denn überhaupt ist und wo der Wind weht. Der Wind ist eine Bewegung in der Atmosphäre, der von Hoch in Tiefdruckgebiete zieht. Er weht meistens kühler auf dem Meer und wärmer auf dem Land, weshalb Fischer auch häufig Abends raus fahren, da der Wind dann ablandig ist und auf das Meer hinaus treibt. Außer zum Segeln braucht man den Wind auch für Strom in den Windrädern wie auf unserer Insel.

Strom sind viele kleine Teilchen, die von den Minus-Polen zu den Plus-Polen ziehen.

„Stellt euch das wie in einem Schwimmbad vor.“, erklärte Nicole, „Ihr sitzt auf der einen Seite des Freibads und habt alle ein Minus auf der Stirn. Auf der anderen Seite steht ein Eiswagen und der Eismann hat ein großes Plus auf dem Kopf. Dann wollt ihr alle ganz schnell rüber zum Eismann, so in etwa ist es auch bei den Teilchen im Strom.“

Kurze Pause. Ein leckeres Getränk für jeden. Bei der Hitze ist trinken sehr wichtig.

Danach stellte ein Junge die Frage wie hoch der Turm sei. Nicole ließ die Kinder schätzen. 50, 75, 120 m wurden in die Gruppe geworfen. Ganze 64 m ist das Windrad! „Das ist so viel wie 21 Giraffen übereinander gestapelt, auf den Hälsen!“, erklärte sie ihren staunenden Zuhörern.

Gemeinsam mit ihnen lief sie die Strecke einmal ab. Laut zählten sie ihre Schritte. Das war eine ganz schön weite Strecke. „Die Flügelspannweite beträgt übrigens 71 m“, fügte Nicole hinzu, „die sind so groß wie die Boing 747, dem größten Passagierflugzeug!“

Nicole ließ die Mini Studenten noch andere Dinge schätzen: Warum es drei Flügel sind oder wie schwer die die Flügel sind. Eifrig überlegten die Kinder. Es sind drei Flügel damit es nicht eiert und alle drei Flügel zusammen wiegen 350 Tonnen! „Deshalb kann man sie auch nicht alle gleichzeitig und in voller Länge hier auf die Insel transportieren. Man bringt sie einzeln mit der Fähre hierher und dann steckt man hier die Einzelteile zusammen“, erklärte Nicole ihren Zuhörern.

Als letztes erklärte Nicole den Kids noch wie der Strom denn jetzt aus dem Windrad in die Steckdose kommt. „Der Strom wird durch den Turm in den Boden geleitet. Aber er ist noch zu stark für die Steckdose. Deshalb kommt er in ein Umspannwerk. Dort wird er einmal ganz hoch gespannt, damit man ihn besser transportieren kann. Jetzt wird er auf 220 Volt wieder herunter gespannt und kommt so in die Steckdose, wo ihr dann euer Handy oder den Fernseher anschließen könnt.“

Am Ende durften alle einmal in den Turm reinschauen, auch die Eltern. Dort konnte man aber nicht so viel sehen. Es stand viel Elektronik in dem kleinen Raum. „Ganz oben rauf könnt ihr leider nicht“, entschuldigte Jan Brodersen, „Dafür braucht man eine bestimmte Ausrüstung und eine Ausbildung.“ Er selber war schon ein paar mal ganz oben. „Mein Vater hatte damit angefangen, die Idee mit dem grünen Strom auf dieser Insel. Mich und meinen Bruder hatte er schon von klein auf immer mitgenommen. Dadurch hab auch ich mich dafür sehr interessiert und leite all dies hier weiter. Außerdem hat man ganz oben eine tolle Aussicht“, lachte er. Er selber war an sich aber nicht oft hier. „Als Geschäftsführer muss ich mich eher um den Papierkram kümmern. Mein Bruder ist der, der hier häufiger zum Check hinkommt.“

Gefährlich ist der Job auch nicht unbedingt. „Stromschläge bekommt man hier nur, wenn man nicht weiß, was man tun muss. Und wenn man hier einen bekommen sollte, ist das wohl auch der letzte, den man bekommt“, grinste Jan, „Aber früher an einem Weidezaun, da habe ich auch schon mal einen Stromschlag bekommen.“ Also dann, immer schön aufpassen!

 

Text & Bilder: Clara von Stülpnagel

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