Alles Käse

Paula (8, Name geändert) schaut sich neugierig um. Es sind viele Kinder bei der Kinder-Uni-Führung über den Hof Föhrer Inselkäse in Alkersum dabei. Mindestens zwanzig bis dreißig.

Schließlich startet Jens Hartmann, der Geschäftsführer, die Tour. Zuerst zeigt er den Kindern die Melkstation. Dort riecht es ziemlich stark, logischerweise nach Kuh. Jens erzählt ihnen, wie die Tiere in die Melkstation gelangen und wie sie gemelkt werden. Zum Beispiel wird nicht mehr wie früher mit der Hand gemolken, sondern mit Melkmaschinen, die an die Zitzen am Euter gehängt werden und dann die Milch raussaugen. „Das tut ihnen nicht weh“, erklärt Jens.

Dann zeigt er Paula und den anderen den Kuhstall. Dort stehen 28 Milchkühe, die gerade entweder fressen oder dösen. Paula streichelt eine Kuh. Doch nach einer Weile entzieht sie sich den Streicheleinheiten und wendet sich dem Fressen zu.

Jens erklärt den Kindern ganz genau wie eine Kuh frisst und wie eine Kuh lebt. Jens hält seine Kühe in einem Stall und auf der Weide. „Im Moment habe ich sie für euch drin gelassen, damit ich sie euch zeigen kann.“ Dann erklärt Jens den Kindern das Verdauungssystem der Kühe. „Eine Kuh hat vier Mägen: Pansen, Netzmagen, Blättermagen und Labmagen. Kühe schlucken ihr gefressenes einmal runter, würgen es dann wieder hoch um es dann richtig zu verdauen. Deshalb nennt man Kühe auch Wiederkäuer.“

Paula will wissen wie bei einer Kuh die Schwangerschaft abläuft. „Bei einer Kuh dauert die Schwangerschaft wie bei den Menschen 9 Monate. Wenn das Kalb zur Welt kommt, nennt man das Kalben. Dann lassen wir die Kälber nach der Geburt trennen. Sie wohnen dann mit anderen Kälbern in unserem Kälbergehege und wachsen heran. Sobald sie ausgewachsen sind, kommen die Milchkühe zu den anderen Kühen. Die Bullen geben wir weg, wir haben bereits einen Bullen. Im Moment haben wir ein paar schwangere Kühe, die stehen aber nicht hier in der Milchproduktion sondern in der Marsch auf einer Weide wo sie ihren Schwangerschaftsurlaub genießen.“, lehrt Jens den Kindern.

Die Kinder dürfen die ausgewachsenen Kühe noch schnell mit Pellets, einem Zusatzfutter füttern, dann geht es zu den Kälbern ans Gehege. Paula und die anderen Kinder streicheln die vier Kälber die dort im Moment wohnen. Die lassen sich die Streicheleinheiten wohlig ergehen, schnuppern an den vielen Händen und schlecken sie mit ihrer Zunge ab. Die ist ganz rau, stellt Paula fest.

Zum Abschluss gehen sie in eine Scheune und schauen einen Film über die Käseproduktion.

Die Familie Hartmann haben die Aufgaben auf dem Hof gut aufgeteilt. Jens und sein Vater kümmern sich um die Kühe, die Milchproduktion und dem Herstellen des Käses. Seine Frau und seine Mutter kümmern sich um den Hofladen, wo der Käse und die Milch verkauft wird. Seine Oma macht die zusätzlichen Besorgungen.

Im Film wird gezeigt, wie sie die Milch erst in einen riesigen Bottich kippen und das Lab dazutun. Dadurch gerinnt die Milch ohne sauer zu werden. Mit der Zeit wird er dann dicker, dann wird mit einer riesigen Harke, die sich im Kreis dreht, der Käse durchkämmt, das nennt man Bruchschneiden. Dadurch trennt sich die Molke von der Milch, das ist ein Überbleibsel der Milch, der aber nicht mehr gebraucht wird. Dann legt Jens die Milch zum groben Pressen hin, das dauert nicht lange. In der Zwischenzeit nimmt er sich den Käse vor, der schon zwei Tage in einem Salzbad liegt. Der Käse kommt nämlich nach dem groben Pressen in Bottichen ins ordentliche Pressen, wo die Bottiche in einen Ständer kommen und von oben ein Gewicht drauf gestemmt wird. Dann kommt er in das Salzbad in dem er dann von guten Bakterien geschützt wird. Anschließend kommt der Käse zum Trocknen ins Regal. Am Ende schmiert er den Käse nur noch zum länger Halten mit Wachs ein und dann kommt er ins Regal wo er auf seinen Einsatz wartet.

Als der Film vorbei ist, dürfen Paula und die anderen Kids noch Käse vom Hof probieren. Dann ist die Führung vorbei. Jens verabschiedet die Kinder freundlich. Seit 25 Jahren machen sie nun schon den Milchbetrieb. Sein Vater hatte damit angefangen und so zog es sich durch die Generationen. Als Jens mit der Schule fertig war, war für ihn klar, dass er das auch machen will. Und auch er würde das gerne irgendwann an seine Familie weitergeben. Es macht schließlich großen Spaß.

Auch Paula hat es großen Spaß gemacht. Sie liebt Käse und hätte große Lust, so eine Hofführung noch mal mitzumachen. Aber als eigener Beruf für sie später wäre das nichts. „Ich will doch später Reitlehrerin werden“, erzählt sie lächelnd. Na dann, viel Glück Paula.

 

Text & Bilder: Clara von Stülpnagel

Hofführung beim Föhrer Inselkäse in Alkersum, © Föhr Tourismus GmbH/Clara von StülpnagelGalerie öffnen© Föhr Tourismus GmbH/Clara von Stülpnagel
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